Als der Lehrer und Organist Jurij S³odeñk die Radiborer 1895 erstmals zu gemeinsamen Singeabenden einlud, war dies die Geburtsstunde des Chores "Meja" (der Mai).

Mehr als ein Jahrhundert hat der Chor das kulturelle Leben in Radibor und darüber hinaus bereichert. Damals wie heute war sein Hauptanliegen die Pflege des sorbischen Liedes in der Öffentlichkeit und in der Kirche.

Derzeit hat der Chor "Meja" als eingetragener Verein 65 Mitglieder; so viele wie noch nie zuvor in seiner traditionsreichen Geschichte. Doch in die Jahre gekommen ist er nicht! Das Durchschnittsalter seiner Sängerinnen und Sänger liegt derzeit bei 35 Jahren.

Vorwiegend sorbische Volkslieder aus der Feder von Bjarnat Krawc prägen die Konzerte des Chores. Sehr oft erklingen aber auch Lieder der slawischen Nachbarn.

Gern widmet sich "Meja" bedeutenden Werken des sorbischen Kulturgutes: den Oratorien von Korla August Kocor, kirchlichen Werken wie der "Missa solemnis" von Bjarnat Krawc, und der sorbischsprachigen "Heiligen Messe in Liedern" von Micha³ Nawka.

Die Früchte ihrer Arbeit ernten die Sängerinnen und Sänger in ihren Konzerten im In- und Ausland. So weilen sie regelmäßig bei ihren Freunden in der tschechisch/mährischen Region um Ba¹ka. Weitere Gastspiele führten sie nach Polen, Ungarn, Frankreich und Serbien. Und bald wurden wieder Koffer gepackt: Im Herbst 2002 waren sie bei den Nachfahren sorbischer Auswanderer in Serbin/Texas.